Einmal Web 2.0, bitte

Ansichtssache. Genau das ist es, das Web 2.0, von dem alle sprechen und es gern bei Programmierern für große oder kleine Projekte ordern. Einmal Web 2.0, bitte. Zum Mitnehmen.

Und meinen damit ganz unterschiedliche Dinge.

Für die einen ist es animiertes, farbenfrohes Design (ganz weit entfernt von den kleinen Briefkasten-GIFs aus den Neunzigern, die uns zum Versenden von Emails anregen sollen). Für die anderen AJAX (Was meinst du mit AJAX? sollte man in solchen Situationen allerdings nicht fragen). Für die nächsten wiederum irgendeine tolle Funktion, mit der irgendein User – oder möglichst gaaaanz viele – besonders tolle Dinge machen kann/können. Oder es ist eine Kombination aus allem: Farbverläufe, grelle Farben, viel Weißraum, tolle Animationen/Funktionen einer noch tolleren Website mit furchtbar toller Userausrichtung.

Aber es ist immer eins, das Web 2.0: Nicht greifbar. Zumindest für mein Gegenüber. Auf meine Frage Was meinst du mit Web 2.0 genau? folgt meist ein Aufblähen der Lippen und/oder ein langes Ääääääh

Was ist es also?


Die Wikipedia sagt dazu:

Web 2.0 ist ein unscharf umrissener Oberbegriff für die Beschreibung einer Reihe interaktiver Techniken und Dienste des Internets – speziell des WWW – und einer geänderten Wahrnehmung des Internets. Der Begriff wurde durch den O’Reilly-Verlag und den Konferenzveranstalter MediaLive International (heute CMP Technology) für die gleichnamige Konferenzreihe geschaffen.

Genau, ein geändertes Verständnis vom Netz und von der Rolle des Nutzers, denn weiter definiert die Wikipedia so:

Der Begriff „Web 2.0“ beschreibt eher vage eine veränderte Wahrnehmung und Benutzung des Web. Hauptaspekt aus organisatorischer Sicht: Inhalte werden nicht mehr nur zentralisiert von großen „Medien“, der „vierten Gewalt“, erstellt und an die Massen verbreitet, sondern auch von unabhängigen Leuten, die sich untereinander vernetzen, der „fünften Gewalt“[1]. Typische Beispiele hierfür sind Wikis, Weblogs sowie Bild- und Videoportale und Tauschbörsen.

Und eigentlich war es schon die ganze Zeit da, das Web 2.0. Denn alles, was wir heute als Fortschritt sehen verbunden mit modernen Technologien und der Konzentration auf den Nutzer, war schon immer so gedacht: Das Web 1.0. Das Internet. Das Netz.

Was war das Internet damals wie heute: Vernetzung, Zusammenspiel von Nutzer und Technik, kollektiver Sinn. Sozial, offen, weiterverwendbar. Das ist das Netz auch heute noch. (Vielleicht ist das ganze Web-2.0-Ding auch nur die Rückbesinnung auf das Wesentliche, das Netz an sich).

Und die Moral von der Geschicht‘?

Das Web 2.0 fasst begrifflich also all das zusammen, was das Netz von Anfang an sein sollte:

Web 2.0 ist:

  1. die Weisheit der Masse – „Content is King“ (Wikipedia, digg, del.icio.us)
  2. „soziale“ Web-Anwendungen (Basecamp, Blogs, Mashups und andere)
  3. eine Plattform (Foren, Blogs, Xing, eBay, del.icio.us…)
  4. aktiv werdende Nutzer (YouTube, Xing)
  5. „Rich User Experience“ – Technik erweitert den Nutzen (AJAX, RSS, Mikroformate, APIs)
  6. permanente Beta
  7. ein Marketing-Buzzword (das sich gut verkaufen lässt)
  8. Aber auch Nichts (nichts von all dem und trotzdem erfolgreich).

Bei der nächsten Bestellung also ein bisschen genauer.

Und nicht vergessen: Beim Designer gibt es ein wenig Design und beim Redakteur noch etwas Text für die neuen Web-zwo-nulligen Seiten.

In diesem Sinne
toocan

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